Katholische Jugendverbände kritisieren Waffenexporte.

Hamburg, 23. Mai. Die katholischen Jugendverbände warnen vor der unkontrollierbaren Verbreitung von
Kleinwaffen. Sie trägt zur Destabilisierung von Staaten und Gesellschaften bei, die in der Folge maßgeblich für
gewaltsame Konflikte, Flucht- und Migrationsbewegungen verantwortlich ist. Gerade in ein Land wie Saudi-Arabien,
von dem etliche Menschenrechtsverletzungen bekannt sind, dürfen keine deutschen Waffen geliefert
werden.

Kleinwaffen sind die Massenvernichtungswaffen des 21. Jahrhunderts: Von 740.000 jährlichen Opfern
bewaffneter Gewalt sterben ca. 90% durch Handfeuerwaffen, Sturmgewehre und ähnlichen Waffen.

„Durch den Export von Waffen setzt die Bundesregierung die Zukunft junger Menschen weltweit aufs Spiel. Die
Lebensdauer dieser Waffen überdauert Generationen. Sie töten auch morgen noch“, sagt BDKJ-Bundespräses Dirk
Bingener. „Statt Kriegswaffen muss Deutschland Hilfe zum Frieden exportieren!“

„Frieden braucht Gerechtigkeit. Menschen auf der ganzen Welt müssen ihr Leben gut gestalten können. Ein
Beitrag dazu bieten faire Handelsbeziehungen sowie eine Entwicklungszusammenarbeit auf Augenhöhe – ganz
bestimmt jedoch nicht immer weiter eskalierende Gewalt“, ergänzt Susanne Schütte, Expertin für
Entwicklungspolitik im BDKJ.

Auch die Vergabe von Lizenzen für Rüstungsproduktionen im Ausland müssen ausgeschlossen werden, weil der
Verbleib der so produzierten Waffen nicht kontrolliert werden kann. Schon derzeit ist der Einsatzort zahlreicher
so produzierter Waffen unklar. Durch weitere Lizenzvergaben wird die Problematik ausgeweitet. Waffenexporte
sollen nach Willen des BDKJ an strenge Endverbleibskontrollen gebunden werden. Deshalb ist weltweit jegliche
Form des Handels mit Rüstungsgütern zu registrieren, einer Begründungspflicht zu unterwerfen und durch Post-Shipment-Kontrollen streng zu überprüfen. Sofern der Verbleib nicht garantiert werden kann, dürfen Waffen
Deutschland erst recht nicht verlassen.

„Kinder und Jugendliche wollen Frieden. Sie wollen leben, spielen, lernen und in einer bunten Welt aufwachsen.
Sie sehnen sich nach Frieden, nach Familie, Freundschaften und sicheren Orten. Sie wollen gesund aufwachsen
und frei sein“, heißt es im aktuellen Beschluss der katholischen Jugendverbände.

Die BDKJ-Diözesanverbände Hamburg und Köln haben sich bei einem Fachtag in Hamburg mit dem Thema
auseinandergesetzt. Zu Gast waren Prof. Dr. Michael Brzoska (Direktor des Instituts für Friedensforschung und
Sicherheitspolitik an der Universität Hamburg), Hauke Friederichs (Autor des Buches „Bombengeschäfte – Tod
Made in Germany“ und Journalist u.a. für Die ZEIT und den Tagesspiegel) und Oberstleutnant Peter Muermans
sowie weitere Expertinnen und Experten aus Politik und Friedensethik.

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By | 2018-04-16T14:37:54+00:00 Mai 24th, 2016|Beschluss, Krieg und Frieden, politisch|0 Comments

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