Katholische Jugend macht Waffenexporte über den Hamburger Hafen für Fluchtursachen mitverantwortlich. [Presse]

Der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) im Erzbistum Hamburg kritisiert das ungebrochen hohe Ausmaß an Waffenexporten und fordert deren Verbot. Waffen und Rüstungsexporte tragen zur Destabilisierung von Konfliktregionen bei und schaffen überhaupt erst die Gewalt, vor der Menschen fliehen müssen.

Hamburg, 21. Februar. Weltweit toben so viele bewaffnete Konflikte wie nie zuvor – doch es sind auch so viele Waffen wie nie zuvor im Umlauf. Deutschland zählt weltweit zu den Top-Exporteuren, im Jahr 2015 wurden so viele Rüstungsgüter wie nie zuvor exportiert, wie gestern nach einer Anfrage des Abgeordneten Jan van Aken MdB an die Bundesregierung bekannt wurde. Viele der Rüstungsexporte werden über den Hamburger Hafen verschifft. In einem auf ihrer Diözesanversammlung gefassten Beschluss fordern die katholischen Jugendverbände einen Stopp von Waffenlieferungen.

„Wir sind dafür, die Menschen die zu uns kommen, wo es möglich ist, in unsere Gesellschaft zu integrieren. Aber eigentlich sollten sie gar nicht fliehen müssen – das hat niemand verdient“, heißt es in dem Beschluss: „Ein steter Zustrom an Waffen und Kriegsmaterial trägt erst dazu bei, Konflikte aufrecht zu erhalten und zu verstärken. Es sind auch unsere Waffen, vor denen Menschen flüchten.“
Kinder und Jugendliche sind von Krieg und Konflikten besonders betroffen, etwa wenn sie ihre Familien verlieren, als Kindersoldaten eingesetzt werden oder Schulbildung unmöglich ist:

„Kinder und Jugendliche wollen Spielen, Lernen, Spaß haben. Sie wollen Frieden, keinen Krieg – und sie haben überall auf der Welt das Recht auf ein friedliches Aufwachsen. Diesen Wunsch nach Frieden lassen wir nicht einfach als naiv abstempeln“, sagt Martin Helfrich, Vorsitzender des BDKJ Hamburg, und fordert:

Waffenexporte müssen aufhören. Das Gewinnstreben von Rüstungsunternehmen rechtfertigt nicht, dass mit deutschen Waffen Leid und Zerstörung verursacht wird, weil die Anwendung von Gewalt immer nur das letzte Mittel sein darf. Wir brauchen ein Verbot von Rüstungsexporten im Grundgesetz!“

Die Diözesanversammlung ist das höchste beschlussfassende Gremium der katholischen Jugend im Erzbistum Hamburg. Die Delegierten aus den Jugendverbänden diskutierten am Wochenende Fragen zu Krieg, Fluchtursachen und Friedensethik. Sie hatten sich zuvor mit Jan van Aken MdB (DIE LINKE) und Prof. Dr. Heinz-Gerhard Justenhoven, dem leitenden Direktor des Instituts für Theologie und Frieden (IThF) zu diesen Themen beraten.

Zu Gast war auch Hamburgs Jugend- und Sozialsenatorin Dr. Melanie Leonhard: „Die Menschen fliehen, weil ihr Leben aus den Fugen geraten ist und nicht wegen vermeintlich versprochener Sozialleistungen. Ich bin immer wieder gern mit den Jugendverbänden im Dialog, weil sie Themen und Ideen entwickeln, die konkret umsetzbar und nicht ideologisch aufgeladen sind.“

Der BDKJ ist der Dachverband der katholischen Jugendverbände. Er vertritt die Interessen junger Menschen in Kirche, Staat und Gesellschaft und erreicht mit seiner Arbeit ca. 10.000 Kinder und Jugendliche. Die Mitgliedsverbände im BDKJ sind nach den Prinzipien Demokratie, Selbstorganisation und Freiwilligkeit organisiert und umfassen im Erzbistum Hamburg die Deutsche Pfadfinderschaft St. Georg (DPSG), die Katholische Studierende Jugend (KSJ), die Kolpingjugend, die Pfadfinderinnenschaft St. Georg (PSG), die Christliche Arbeiterjugend (CAJ), die Katholische Junge Gemeinde (KJG), die Katholische Jugend Schleswig-Holstein (KJSH), die Katholische Landjugendbewegung (KLJB), die Studentenverbindung Unitas, die DJK-Sportjugend und die Malteserjugend.

By | 2018-04-16T14:37:54+00:00 Februar 21st, 2016|aktiv, Diözesanversammlung, Flucht, Krieg und Frieden, politisch, Presse|0 Comments

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